otherland

die ziemlich schließliche sf-buchhandlung („Im Otherland stehen alle Science Fiction-Romane, die derzeit auf Deutsch lieferbar sind“), hat seit zwei wochen auch ein blog, schön – und auch gleich eine kurze Wanderung durch Consider Phlebas von Iain Banks, der jetzt gestorben ist.

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Iain Banks

Iain-beard-london-1.2-261x300Iain M. Banks, einer der beeindruckendsten SF-Autoren der Gegenwart, ist an Krebs erkrankt und teilte Details, eine vorzeitige Heirat, die rasche Fertigstellung seines letzten Buches und den absehbaren Zeitpunkt seines Todes mit.

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TOP?

russMeine absolute SF-Lieblingsbuchhandlung ist natürlich die Otherland in der Berliner Bergmann 25, die sich jetzt eine sehr schöne und funktionalere Website zugelegt hat. Toll vor allem die Neuen Englischen und Alten Klassiker, en masse. Und eine Menge outsider. Zur Website gehört dann auch eine Science Fiction Top 100 (eine irre Unart des Genres, dauernd diese Formel1-Kisten) und da sind 100 Schreibende von Swift bis Dath aufgezählt. Naja, darunter 8 Frauen. Das erinnerte mich an den Guardian, der die SF ziemlich pflegt (zum Beispiel ein ungewöhnlich informatives Porträt von China Miéville brachte) und vor einiger Zeit 500 Vorschläge auf die Frage nach den UK „best science fiction books“ bekam. Darunter waren 18 Frauen (4 % oder so). Was uns das sagt? Das hat ausreichend Joanna Russ gesagt.

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Simmons out

Flashback ist das letzte Buch von Dan Simmons, durch das ich mich gequält habe – so ein reaktionärer Mist. An seine Stelle in meiner kleinen Blogroll habe ich nun Iain Banks aufgenommen, dessen Entwurf  – oder besser: Utopie – einer reichen Gesellschaft (der Kultur) seinesgleichen sucht und auch sein ganzer Space Opera – Kram mitsamt dem running gag der irren Raumschiffnamensgebungen ist nicht übel.  Es lohnt sich, nicht nur den neuesten in deutscher Sprache erschienen Band „Krieg der Seelen“ zu lesen. Hier ein Einstieg in die Welten des Iain Banks.

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Villa Rossa

Praktisch wäre es, wenn die Linke mehr über die Zukunft wissen würde“ lautete der diesjährige Artikel der – neunten! – Villa Rossa in Bildungszentrum Villa Palagione, rund 20 Minuten Fahrtzeit von Volterra entfernt. Bekanntlich beansprucht die Linke eine Menge Zukunftskompetenz – ihr gesamter politischer Ansatz beruht darauf. Beim näheren Hinsehen erwies sich das erwartungsgemäß als reichlich kompliziert. Ob es um die Auseinandersetzung mit hegemonialen Zukunftskonzeptionen, Utopien oder „Voraussichten“ , um die in der Regel (und gerade bei der Linken) stabil gestrickten Meinungen in Sachen Produktivkraft- oder Kapitalismusentwicklung („Varieties“), um die Reichweiten des Wohlfahrtsstaats und die Krisen der Gesundheitspolitik, die tiefgreifenden ökologische Transformationen, den aktuellen Wandel des Staates, um Planung oder die Zukünfte Chinas, um philosophische Zukunftsreflektion oder die gegenwärtigen Umbauten des Parteiensystems ging – die früher so fest gegründete Zukunftsgewißheit ist dahin. Das war nichts neues, aber die systematische Unsicherheit bei der Bearbeitung von Entwicklungen, Trends, Szenarien, Abschätzungen, „Road Maps“ oder Visionen und den dazu gehörenden Politiken war doch frappierend. Ein Zugriff, der über die Traditionsrede vom „Sozialismus“ hinausgeht und sie durch ein breites Feld von Zukunftsoptionen und -zusammenhängen ersetzt, ist notwendig. Einige Beiträge der Tagung finden sich auf der Website der veranstaltenden Stiftung GegenStand bzw. dem mehring1-Blog der RLS.

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Praktisch wäre es, wenn die Linke mehr über die Zukunft wüsste!

Fotografiert im Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur in DelmenhorstAuf den ersten Blick ist seit den 1960er und 70er Jahren, als ein Schub der Prognosen, der„Zukunftsforschung“ und der Planungs- und Steuerungskonzepte den Beginn des langen Endes des Fordismus begleitete, mit der nachfolgenden marktradikalen Zeit auch der Zugriff auf die Zukunft dem Markt und seinem homo oeconomicus übergeben worden. Ein genauerer Blick zeigt, dass das nicht zutrifft. Seit Anfang der 90er Jahre sind die strategischen Potentiale und Apparate der Zukunftsbearbeitung im Forschungssystem, den Konzernen und Staatsapparaten kontinuierlich und in der Bilanz massiv ausgebaut worden. Das betrifft besonders deutlich die klassische Technik- und Produktivkraftforschung, die unter der „foresight“-Etikette intensiviert und internationalisiert wurde. Die neue Prominenz der Umwelt- und Energiefragen, die ein Großteil der komplexen technischen Ressourcen an sich ziehen, ist gut zu erkennen – ein Blick auf die Website des BMBF genügt. Auch Mobilität, Ernährung, Gesundheit, Stadt sind profitable Themen. Andere große Themen sind weit weniger präsent – aber ihre Zukunftsrelevanz steht außer Frage.

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