Obama & Reiche

I love rich people! I want all of you to be rich. Go for it. That’s the America dream, that’s the American way, that’s terrific.Soweit am 30.10.2008 B. Obama in Sarasota auf einer Wahlkampfveranstaltung.

Nun: 2004 finanzierten die Forbes-Reichen und Top-Vorstände aus 674 Firmen und Investoren zu 53 % Bush und zu nur 16 % Kerry; Bush dominierte in Öl und Arzneimittelindustrie, Kerry in Investmentbanken und Hedgefunds (!). Daniel Gross dagegen machte 2004 in Slate eine andere Argumentation auf: wer zwischen 1 und 10 Mio $ verdient, votiertezu 63:37 für Bush statt Kerry. Die Haute Millionaires dagegen favorisierten Kerry mit 59:41 %. Auch für 2008 sei dieser Trend zu sehen – dominierten in zuvor an Bush gefallenen der 25 reichsten Städten oftmals noch die Republikaner, aber ihre Dominanz schrumpfte massiv.

Mark Penn, einer der zentralen Berater Clintons, schrieb in Politico:

„the most affluent 5 percent supported Obama and that was perhaps the key to his victory last week. This group — and the rise of a new elite class of voters — is at the heart of the fast-paced changes in demographics affecting the political, sociological and economic landscape of the country. While there has been some inflation over the past 12 years, the exit poll demographics show that the fastest growing group of voters in America has been those making over $100,000 a year in income. In 1996, only 9 percent of the electorate said their family income was that high. Last week it had grown to 26 percent — more than one in four voters. And those making over $75,000 are up to 15 percent from 9 percent. Put another way, more than 40 percent of those voting earned over $75,000, making this the highest-income electorate in history. The poorest segment of the electorate, those making under $15,000, has shrunk from 11 percent to 6 percent over the past dozen years. And those making $15,000 to $30,000 annually — the working poor — also shrunk from 23 percent to 12 percent of the electorate. At the same time, the voters have become more racially diverse (with white voters dropping 9 points from 1996 to 74 percent of the electorate and minorities) and better educated — voters who had attended some college are surging. While Obama received record votes from the expanded minority communities, that alone would not have led to victory had he not also secured so much support among the growing professional class — and in doing so went beyond the successful 1996 coalition that also climbed the income ladder to include newly targeted soccer moms. Back then, President Clinton got 38 percent of the vote among those making over $100,000. This year Obama earned 49 percent of that vote. He also got 52 percent of a new polling category — those making over $200,000 a year who were no longer among the top 1 percent of earners, as they had been in past elections, but were now the top 6 per cent.“

Nach den aktuellen Exit-Polls wählten die Einkommensgruppe > 200 000 $ im Jahr zu 52 % Obama und zu 46 % McCain  (das sind 6 % der Wähler), wogegen die Einkommensgruppen 50-75 ooo %, 100-150 000 $ und 150-200 000 McCain über Obama präferierten mit 49 :48, 51:48 und 52:46 %. Die Einkommensgruppe 75-100 000 $ (21 % der Wählerschaft) votierte mit 52:48 % für Obama, Wähler < 50 000 $ Einkommen wählten ihn zu 60 % ebenfalls. Damit schnitt Obama unter der Gruppe > 200 000 $ zu 15 % besser ab als Kerry vor vier Jahren, der damals nur 35 % der Stimmen erhielt.  Frank’s Wealth-Blog vermerkt, dass die Steuerpolitik der Kandidaten ausschlaggebend sei: für die reichen Millionäre ist sie eher irrelevant und die avisierte geringe Steuererhöhung Obamas spielt keine wahlentscheidende Rolle. Nach einer Vor-Wahl-Umfrage von Prince & Associates von 493 Familien gelte dieser Unterschied auch für Vermögende: in der Gruppe von 1-10 Mio.$ wollten eine Mehrheit (fast 3/4) für McCain und nur 15 % für Obama wählen, in der Gruppe von > 30 Mio $ dominierte Obama: 2/3 der Reichen in dieser Gruppe wollten Obama wählen. Für sie sind „social issues“, „policies dealing with wars“, die Nominierungen für die obersten Gerichte und die Gesundheitspolitik gegenüber der Steuerpolitik vorrangig, wogegen unter den ärmeren Reichen diese von 88 % als „wichtig“ charakterisiert wurde. Die Reichen in den ärmeren Bundesstaaten der USA tendierten dagegen durchgängig eher zu den Republikanern. Traditionell favorisierte übrigens jetzt der High-Tech-Sektor und der Finanzsektor Obama. Auch Andrew Gelman bestätigt diese herausragende Rolle der Demokraten unter den oberen Einkommensgruppen (die übrigens keineswegs als die Superrich bezeichnet werden können).

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