Kartografie der Macht

Redblog hat auf ein Projekt aufmerksam gemacht, das sich seit über fünf Jahren die schwarze Seite der Kartografie der Macht zum Gegenstand macht: die verbotenen Zonen, die zone interdite. Zwei in Berlin lebende Schweizer haben militärische Einrichtungen dokumentiert und ein Kunstprojekt mit hoher politischer Militanz entwickelt. Sie greifen auf Lev Manovich aus San Diego zurück, einem der wenigen innovativen Medientheoretikern der Gegenwart. Eine planetare Punktierung der weltweit verbotenen Zonen zeigt die Homepage an, die verbotenen Zonen länderweise skizziert. Aktuelle Beiträge in der NZZ etc. machten das Projekt aktuell bekannt, das als besonders spannendes Teil allerlei Details über Guantanamo dokumentiert. „Kartografie der Macht“ weiterlesen

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Affektives Kapital

Einer jener Begriffszusammenhänge, die Michael Hardt und Antonio Negri in ihrem Band Empire entwickelten und der besonders rascher Ablehnung anheim fiel, war der Bezug auf das affektive Kapital. Im Unterschied zu anderen Kategorien des Bandes wurde er ignoriert. Ein wesentlicher und nachvollziehbarer Grund lag sicherlich darin, dass die Autoren die Problematik dieses Begriffs beiseite legten, die natürlich (ähnlich wie bei den Bourdieu`schen Kapitalkategorien u.v.m.) darin bestand, dass sie in der Tradition der frühen klassischen bürgerlichen Ökonomie Kapital auf eine Ressource unter vielen reduzierte und mit der Marx`schen Bestimmung von Kapital als gesellschaftlichem Verhältnis eine Absage erteilte. Eine kurze Notiz im Blog Posthegemony zur Rolle Lateinamerikas bei der Bereitstellung affektiven Kapitals zeigt, wie sinnvoll dieser Zugang sein kann. „Affektives Kapital“ weiterlesen

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DDR legt neues Programm zur Demokratisierung der USA auf

Berlin – Isolation nach außen und Schwächung von innen: Mit einer Doppelstrategie möchte der Staatsrat “neue Anstrengungen” unternehmen, um in den USA reformwilligen Kräften zu mehr Einfluss zu verhelfen. Unabhängig von den bislang angedrohten Sanktionen gegen das Weiße Haus in Washington kündigte der DDR-Außenminister Kurt Fischer vor der Volkskammer an, zusätzliche 63 Millionen Euro (etwa 75 Millionen Dollar) für die Demokratieförderung in den USA ausgeben zu wollen. Die entsprechende Summe solle nachträglich im Rahmen des Haushalts 2006 bei der Volkskammer beantragt werden. Bislang waren im Etat lediglich 8,4 Millionen Euro zur Unterstützung von Dissidenten, Atheisten, Bürgerrechtlern und Gewerkschaftsführern vorgesehen. „DDR legt neues Programm zur Demokratisierung der USA auf“ weiterlesen

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G8

Im Frühsommer 2007 treffen sich die TopDienstleister der Welt im Kempinski in Heiligendamm an der mecklenburgischen Ostseeküste. Linksradikale Vorbereitungen auf den G8-Gipfel werden hier dokumentiert. Bernd Hüttner hat im Linkslog auf das Buch zu den entsprechenden Aktivitäten in Gleneagles 2005 aufmerksam gemacht, das kostenlos als pdf erhältlich ist..

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Neoliberalismus

Wenn sich die Linksparteiler streiten, wieviel Keynes der deutsche Neoliberalismus verträgt, lohnt es sich, ein exzellentes Bildungsevent des Public Broadcasting Service (PBS) in Erinnerung zu rufen, das den Aufstieg des Neoliberalismus bis 2003 mit Hunderten von Interviews, Filmen und Texthinweisen dokumentiert. Arte hin und 3Sat, XXP und allerlei Spätereignisse in Dritt- oder bayerischen Bildungsprogrammen her: derlei gab es nie im deutschen Bildungsfernsehen. Und dort wären die bei PBS fehlenden materiell-ökonomischen und herrschaftspolitischen Vermittlungen auch ziemlich völlig draussen vor geblieben.

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Ungleichheit

“Das reichste Zehntel der Bevölkerung (Chiles) beansprucht 47 Prozent des Einkommens, das ärmste Zehntel erhält kaum mehr als 1 Prozent.” (FAZ v.30.1.2006)

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Hollywood und Holocaust

Arte brachte Hollywood und Holocaust. Der Abspann vor der schreienden Bewerbung für das nächste Arte-produkt (”Mozart-Superstar”) zählte ein eine dreistellige Zahl mitwirkender Institutionen der H+H-Industrie auf. Eine riesige Apparatur des Erinnerns und der Assimilation. Krass der Auszug aus einer TV-Surprise-Talk-Show einer Auschwitz-Überlebenden (”Und hier: direkt aus dem Lager! Ihre Freundin aus der Gaskammer!! (rauschender Beifall)” oder so ähnlich. Fast alle dort erwähnten Filme habe ich in den letzten paar Jahrzehnten gesehen, von den frühen Verdrängungsstreifen à la Anne Frank bis hin zu den fleischfarbenen Massenmassakern Wouk`s. Viele haben mich beeindruckt. Einfach gesagt: sie sind Bausteine einer Überzeugung in Sachen Faschismus und Antisemitismus gwesen. In den letzten drei Jahren habe ich an keinen einzigen dieser Filme gedacht.

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