The Winner is….

2costofeuropeanbankingcrisisEurostat hat jetzt Daten zu den Kosten der Finanzkrise 2007-2011 publiziert.  Die Übersicht is only intended to show government interventions directly related to the support for financial institutions. Support operations by central banks, government support measures for non-financial institutions and general economic support measures are not included.“ Die Irish Left Review ist der Frage der Ungleichheit – natürlich „der Iren und Irinnen“ – nachgegangen und hat dazu einige handliche Tabellen erstellt.

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Schusswaffenforschung

tempIMG_1894_2678x2009Viele sind es nachgerade gewöhnt, über private Massenexekutionen in den USA zu hören – zuletzt von 27 Menschen in Newton. Seit 1997 sind in den USA 427 000 Menschen durch Schusswaffengebrauch getötet worden, darunter 165 000 in gezielter Tötungsabsicht. Ein Hinweis auf die 4586 amerikanischen Staatsbürger, die im selben Zeitraum in Irak und Afghanistan starben, erübrigt sich fast. Kellermann und Rivara sind in einem am 21.12.2012 publizierten Artikel in Jama (Journal der American Medical Association) der „Silencing the Science on Gun Research“ in den USA nachgegangen. Die Ergebnisse sind kaum zu glauben. „Schusswaffenforschung“ weiterlesen

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Karten & Machtspiele

IMG_1752In einer vorige Woche veröffentlichten Demarche des chinesischen Generalstabs hieß es, vorrangige Aufgabe für die Volksbefreiungsarmee sei 2013 das Training „der Fähigkeit, einen Krieg zu gewinnen“. Am Wochenende kündigte Chinas Kartografie- Behörde an, bis Ende des Monats eine neue Karte zu veröffentlichen, die nicht mehr nur 29, sondern 130 mit den Nachbarn umstrittene Gebiete als chinesisches Territorium kennzeichnen wird, darunter erstmals in allen Details die Diaoyu-Inseln. Die Karte werde

„das Bewusstsein des chinesischen Volks für sein nationales Territorium signifikant stärken“. (SZ 23.1.2013 S.2)

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Commons à la Grüne

IMG_1975_2678x2009Interessant, wenngleich doch noch mit wenig Resonanz oder Enthusiasmus (das ist sicher viel verlangt…) die Ausarbeitung eines Commons-/ Gemeingüter-Papiers der Bundestagsfraktion der Grünen. Der mehrfach kommentierte Entwurf kann noch bis Monatsende kommentiert werden und geht dann in die Fraktion, wo es im Frühjahr beschlossen werden soll.

Bei der LINKEN steht das noch aus. Da hier eine doch vielfach anschlussfähige und kritikwürdige Position zur guten alten Eigentumsfrage platziert wird, wird die LINKE nicht daran vorbeikommen, sich dazu zu verhalten. Schnell.

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TOP?

russMeine absolute SF-Lieblingsbuchhandlung ist natürlich die Otherland in der Berliner Bergmann 25, die sich jetzt eine sehr schöne und funktionalere Website zugelegt hat. Toll vor allem die Neuen Englischen und Alten Klassiker, en masse. Und eine Menge outsider. Zur Website gehört dann auch eine Science Fiction Top 100 (eine irre Unart des Genres, dauernd diese Formel1-Kisten) und da sind 100 Schreibende von Swift bis Dath aufgezählt. Naja, darunter 8 Frauen. Das erinnerte mich an den Guardian, der die SF ziemlich pflegt (zum Beispiel ein ungewöhnlich informatives Porträt von China Miéville brachte) und vor einiger Zeit 500 Vorschläge auf die Frage nach den UK „best science fiction books“ bekam. Darunter waren 18 Frauen (4 % oder so). Was uns das sagt? Das hat ausreichend Joanna Russ gesagt.

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Hegemon Deutschland?

domain rule.comDie Linke liebt Programme und Visionen. Sie halten, je nach territorialem Zuschnitt, bis zum nächsten Wahlkampf. Bei vielen Analysen und Einschätzungen zur Lage dagegen gibt es merkwürdig viel Unklarheiten. Nach der Lektüre diverser Texte, die sich mit dem Zustand Europas befassen frage ich mich, wie eigentlich die politische Stellung der Bundesrepublik Deutschland in Europa bestimmt werden kann. Ist sie führend, dominant, hegemonial, imperial? Und wenn ja – wie viele, seit wann und warum? „Hegemon Deutschland?“ weiterlesen

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Porträts und Macht

Florenzwar das Thema einer Anfang 2011 beendeten bemerkenswerten Ausstellung im Palazzo Strozzi (Florenz) und die Unterzeile „Persons, Politics and Structures“ öffnete den Raum für den Wandel dieser Beziehung seit der Zeit der Medici. Wer erst jetzt von dieser Ausstellung hört, kann sich mit mir darüber ärgern, sie verpasst zu haben. Immerhin sind im Telegraph einige dort gezeigte Bilder zusammengestellt und – vor allem – neben dem nützlichen mit Links gespickten Eintrag im „Private Galleries Tour„-Blog sind die Bilder und Analysen im Katalog der Ausstellung schauens- und lesenswert.

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European Body Count

european body countNicolas Kayser-Briel, Datenjournalist aus Frankreich,  hat – mit Referenz zum Irak-Body-Count – ein Europe Body-Count Projekt begonnen, das die Anzahl der zivilen Opfer NS-Deutschlands 1933-1945 visualisieren will. Tatsächlich existiert eine solche „Kurve“ bislang nicht. Doch was bedeutet es, wenn Kayser-Briel mit vielen anderen zusammen sie gebaut hat?

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Class in the 21st. Century

Gesellschaftist der Titel eines bemerkenswerten Aufsatzes von Göran Therborn in der Nummer 78 der New Left Review (Nov./Dez. 2012, S.5-29). In der Linken der BRD wurde Therborn in der zweiten Hälfte der 1970er durch seine drei Bücher Science, Class and Society (1976), das herausragende What Does the Ruling Class Do When It Rules? (1978) und The Ideology of Power and the Power of Ideology (1980) präsent. In der Folgezeit bearbeitete er eine Fülle von Themen, zunehmend mit Schwerpunkt Europa bzw. europäische Gesellschaften, Sozialpolitik und – vor allem – Ungleichheit. Der Text in der NLR knüpft stark an die letzte Thematik an und gibt zu einem guten Teil einen schon 2009 im Newsletter der International Sociological Association publizierten Beitrag wider. Was an Therborns Aufsatz (und nicht nur diesem) auffällt, ist die durchaus angenehme Einfachheit seiner starken Behauptungen. Das 20.Jahrhundert war für ihn klar das Zeitalter der Arbeiterklasse und er bilanziert: „While the working-class century no doubt ended in defeat, disillusion and disenchantment, it also left behind enduring achievements.„(7) Doch die Marxsche „Große Dialektik“ zwischen den Vergesellschaftungspotentialen der Produktivkräfte und den Produktionsverhältnissen“ brachte nicht die erwarteten Resultate, wurde suspendiert, ja: revidiert. Sogar die „Kleine Dialektik“ zerbrach: in den reichen Nordländern setzte eine epochale Bedeutungsminderung des industriellen Kapitalismus ein. Therborns Wendungspunkt ist nun, dass spätestens seit den 90ern der Satz gelte: „nations are converging while classes are diverging….What this amounts to is the return of class as an ever-more powerful determinant of inequality.“ (12f.)

„Class in the 21st. Century“ weiterlesen

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Monti, die neue Allegorie

Der Saal der guten und schlechten RegierungDie FAZ vom letzten Tag des Jahres 2012 beschreibt das Kräftefeld der kommenden Wahlen in Italien. Den zum zweiten Mal ohne Wahl anstehenden zentralen „Kandidaten“ der neoliberalen Austerität charakterisiert sie mit dem Satz:

„Monti steht für die Herrschaft der Noblen und Weisen, die einst Leitbild in den italienischen Stadtrepubliken war und die sinnbildlich auf den Fresken im „Saal des Friedens“ im Rathaus von Siena dargestellt wird, mit Allegorien von der guten und der schlechten Regierung. Die gute verkörpert Gerechtigkeit, Mäßigung, Klugheit und Frieden.“ (S.3)

Nun, es handelte sich um eine Oligarchie der neuen Machteliten, die vor allem auch den Begriff des Gemeinwohls in den Vordergrund rückten im Kampfe der Städte untereinander und gegen die kaiserlichen Mächte. Ihre „Pace“-Figur lagert auf einer Ritterrüstung. Von Monti ist allerdings nicht bekannt, dass er für eine weltgeschichtliche Umwälzung stünde, wie sie in der Nach-Zeit Sienas dann 1789 zusammenkam. Da geht es bloß um ein stilgerechtes Rearrangement des neoliberalen Finanzmarktkapitalismus und seines politischen Überbaus.

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Geopolitik in der Backstube

Neue Geopolitik? Der weltweite Kampf um Märkte und Ressourcen“ ist der Titel einer Matinee-Veranstaltung von KunstGesellschaft e.V. und Business Crime Control im Café Alte Backstube, Dominikanergasse 7 in Frankfurt am  Sonntag, 30. September, 11–13 Uhr. Hans See moderiert die Diskussion mit dem Publikum und mir. Dabei wird natürlich auch auf die Beiträge aus dem Geopolitik-Seminar der Stiftung GegenStand (Villa Rossa 10) zurückgegriffen.

 

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Geopolitik

2012 findet die zehnte Villa Rossa vom 25.8. zum 1.9. zum Thema Geopolitik statt. Sie wird veranstaltet vom Ver.di Bildungswerk Hessen und der Stiftung GegenStand

Die Geschichte der „Geopolitik“ reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, ihren politischen und theoretischen Höhepunkt erreichte sie jedoch erst in den Kriegen der kolonialen und imperialistischen Zeit nach der Jahrhundertwende und in den 30er/40er Jahren, in deren Zentrum die Konkurrenz dreier großer imperialer Weltordnungsprojekte standen. Die Verwendung des Begriffs für die faschistische Großraumpolitik hat hierzulande ein Verständnis von Politik, das den „Raum“ mitdenkt, jahrzehntelang diskreditiert – ganz im Unterschied zu den USA oder Rußland. Ein weiterer Grund war aber auch die fehlende Nutzanwendung solcher wissenschaftlicher Diskurse für einen Staat, der noch weit entfernt von einer Hegemonialrolle war. Lange Zeit waren Fragen des Raumes nur im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Aspekten (Standortpolitik) Thema. Das ändert sich jetzt. „Geopolitik“ weiterlesen

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