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Das
Projekt arbeitet non-profit. Mit Unterstützung der
Rosa Luxemburg Stiftung.
Kontakt und Infos: Rainer Rilling:
rilling@mailer.uni-marburg.de
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Ambrogio
Lorenzetti schuf 1338 und 1339 für die Sala della Pace (Friedenssaal) des
Palazzo Pubblico in Siena einen allegorischen Freskenzyklus über Die
Gute und die Schlechte Regierung sowie
die Auswirkungen der einen und der anderen auf Stadt und Land. Der Zyklus reflektiert politische
Positionen und Programmatiken frühbürgerlicher städtischer Kommunen von
der Tyrannia, der Crudelitas (Grausamkeit), der Avaritia (Geiz) oder dem
Krieg (Guerra) auf der einen Seite, der Gerechtigkeit, der Eintracht oder
dem Frieden auf der anderen Seite. Wir schlagen vor, Lorenzettis
Bilderzyklus über die gute und die schlechte Regierung als
kunsthistorischen und – politischen - Ausgangspunkt der dritten
Ferienakademie der Villa Rosso zu nehmen.
- Wir
beginnen mit der Frage nach der damaligen bürgerlichen Bilderwelt der politischen
Regime, Ordnungen und auch konkreten Regierungen und überlegen uns, wie
sich die Dialektik der bürgerlichen Utopie des Politischen entfaltet
hat. Das Ganze ist begleitet von einer Visite am Ort: wir besuchen das
Rathaus von Siena und betrachten Lorenzettis Bild.
- Dann
geht es in das Spiel mit Lorenzetti`s
Unterscheidung und wir verfolgen ganz klassisch "nach
innen" die historische und aktuelle Praxis der Einschließung, Verwahrung,
Disziplinierung – des „Strafvollzugs“
also und die damit zusammenhängende Regierungskunst und "nach
außen" die bürgerliche Historie des Krieges,
in der beispielsweise das neue Buch von Hardt und Negri („Multitude“)
einen langen Prozess der Demokratisierung zu entdecken glaubt, wir
dagegen die Erfindung des totalen Krieges
bearbeiten möchten und danach fragen wie heutzutage eigentlich schlechte Regierungen („Schurkenstaaten“)
konstruiert werden? Soweit zunächst zur "schlechten"
Regierung - natürlich nicht, ohne auch noch über Geldmacht
und Gegenmacht an dieser Stelle zu sprechen. Vielleicht
sind wir der Frage dann etwas näher gekommen, was eigentlich eine schlechte oder gar böse
Regierung ist - denn da verlässt uns merkwürdigerweise die
geläufige politische Theorie
sehr rasch.
- Von „good government“ und erst Recht der
„good governance“
will jeder sprechen, doch mit welchen Maßstäben
wird dabei eigentlich operiert und wie haben sie sich verändert? Es
geht dabei auch um die Schwierigkeiten der
guten Regierung - wenn Regierungen gut werden -
welchen Spielraum haben sie denn in der
Zeit globalisierter Mächte? Wer sind die Akteure?
Welche Rolle spielt da überhaupt der Staatsapparat? Was
wird da aus dem Blick
auf die Regierung, wenn er „von unten“, ganz von innen und ganz
von außen, von links und rechts kommt? Und wie blicken die
Regierenden selbst?
- Am
Ende ein erneuter sozial- und kulturhistorischer Rückblick: welche
Regierungsgeschichte erzählen die historischen Artefakte der Region: von der
politischen Architektur in Florenz bis zur politischen Soziologie der
Naturaneignung – etwa den 150 Marmorbrüchen hinter Carrara?
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