{"id":112,"date":"2007-02-11T17:19:31","date_gmt":"2007-02-11T16:19:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/?p=112"},"modified":"2007-02-11T23:15:08","modified_gmt":"2007-02-11T22:15:08","slug":"jutta-held-ist-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/?p=112","title":{"rendered":"Jutta Held ist gestorben"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Jutta.jpg\" alt=\"Jutta.jpg\" title=\"Jutta.jpg\" align=\"left\" border=\"3\" height=\"290\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" width=\"215\" \/>&#8222;<em>Eine besonders angenehme, zur\u00fcckhaltende und glaubw\u00fcrdige Menschin<\/em>&#8220; formulierte eine Mail dieser Tage zu Jutta Held, die am 27. Januar gestorben ist. Ja wirklich. Ihre freundliche, bedachte Bestimmtheit und eine dem Gegen\u00fcber schon fast verst\u00f6rend Raum gebende bescheidene Aufmerksamkeit passte ja auch gar nicht zu der Kultur der Organisationshektik und so extrem wichtigen Entscheidungsorientiertheit, die sie jahrelang in den 90ern \u00fcber sich im Vorstand des BdWi ergehen liess. Damals lernte ich sie kennen und schleppte sie sogar 1996 mit ihrem Mann Norbert Schneider in unsere Herbstakademie nach Volterra, wo sie \u00fcber &#8222;Kunst und Politik im 20. Jahrhundert&#8220; referierte.<br \/>\nSie hat sicher ganz wesentlich die Kunstgeschichte an der Universit\u00e4t in Osnabr\u00fcck etabliert, dort sind auch einige <a href=\"http:\/\/www2.uni-osnabrueck.de\/pressestelle\/mitteilungen\/Detail.cfm?schluessel_nummer=033&amp;schluessel_jahr=2007&amp;RequestTimeout=50\">Nachrufworte <\/a>erschienen, auch in der FAZ und vor allem in <a href=\"http:\/\/www.khist.unizh.ch\/Aktuell-1\/J.Held.pdf\" class=\"broken_link\">SZ<\/a>. Aus dem Online-Archiv der Osnabr\u00fccker Zeitung ist die Meldung schon wieder verschwunden. Vor allem aber: sie hat eine gro\u00dfe F\u00fclle von Publikationen erarbeitet, die in kleinen linken und gro\u00dfen rechten Verlagen erschienen. &#8222;Kunst und Sozialgeschichte&#8220; war der Titel einer Festschrift 1995 f\u00fcr sie. &#8222;Picassos Koreabild und die avantgardistische Historienmalerei&#8220; war das Thema ihrer Abschiedsvorlesung. Ihr letztes Buch, das sie zusammen mit ihrem Mann verfasst hat, tr\u00e4gt den Titel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.utb.de\/katalog_suchen_ergebnis.jsp?autor=Jutta%20Held\">Grundz\u00fcge der Kunstwissenschaft<\/a>&#8220; (B\u00f6hlau Verlag) und ist erst kurz vor ihrem Tode erschienen.<br \/>\n<strong> Ihr politisches Herz aber galt einer Kunst, die sich politisch zum Faschismus verh\u00e4lt und ihn bek\u00e4mpft, kurzweg, immer. Und sie ha\u00dfte Krieg, der Kapitalismus war ihr zuwider <\/strong>&#8211; was sie nicht daran hinderte, mit \u00fcber die &#8222;Kunst der Banken. Gemeinsinn durch Privatisierung&#8220; zu verhandeln und vor Jahren in der FAZ \u00fcber die Inwertsetzung von Kunst einen gewitzten Beitrag zu schreiben.<\/p>\n<p>Sie hat die <a href=\"http:\/\/www.guernica-gesellschaft.de\/index.html\">Guernica-Gesellschaft<\/a> ausschlaggebend mitgegr\u00fcndet, deren Tagungen und klugen <a href=\"http:\/\/www.guernica-gesellschaft.de\/schriftenreihe.html\">Ver\u00f6ffentlichungen <\/a>immer wieder vorangetrieben. In vielen Projekten der Wissenschaftslinken hat sie mitgearbeitet: dem BdWi oder dem HKWM oder im Beirat von &#8222;W&amp;F&#8220;. Im &#8222;Forum Wissenschaft&#8220; und in &#8222;<a href=\"http:\/\/www.uni-muenster.de\/PeaCon\/wuf\/wf-85\/8510601m.htm\">W&amp;F<\/a>&#8220; hat sie geschrieben und als Vertrauensdozentin der Rosa Luxemburg Stiftung vertrat sie dort ein Feld, mit dem die Stiftung erst langsam etwas anfangen kann. Greifen wir zu ihren Worten, wenn wir uns Zeit nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Eine besonders angenehme, zur\u00fcckhaltende und glaubw\u00fcrdige Menschin&#8220; formulierte eine Mail dieser Tage zu Jutta Held, die am 27. Januar gestorben ist. Ja wirklich. Ihre freundliche, bedachte Bestimmtheit und eine dem Gegen\u00fcber schon fast verst\u00f6rend Raum gebende bescheidene Aufmerksamkeit passte ja auch gar nicht zu der Kultur der Organisationshektik und so extrem wichtigen Entscheidungsorientiertheit, die sie &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/?p=112\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eJutta Held ist gestorben\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,6],"tags":[42,34],"class_list":["post-112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur","category-linke","tag-antifaschismus","tag-marxismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=112"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}