{"id":2566,"date":"2013-04-02T09:02:53","date_gmt":"2013-04-02T09:02:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/?p=2566"},"modified":"2013-04-02T09:02:53","modified_gmt":"2013-04-02T09:02:53","slug":"prantl-zum-niedergang-der-cdu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rainer-rilling.de\/blog\/?p=2566","title":{"rendered":"Prantl zum Niedergang der CDU"},"content":{"rendered":"<p>Heribert Prantl hat eine Rezension von Stephan Hebels Merkel-Buch (&#8222;Mutter Blamage. Warum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht braucht&#8220;, 2013) geschrieben (SZ 2.1.13, S.17). Dass er sie ziemlich arrogant ausgef\u00fchrt hat, indem er zu einer Rhetorik der Absch\u00e4tzung greift (&#8222;lautmalerisch&#8220;, &#8222;herbeischreiben&#8220;, &#8222;nicht ungeschickt&#8220;, &#8222;flach&#8220;, &#8222;steile These&#8220; etc.) ist zwar \u00e4rgerlich, aber hier nicht der Punkt. <!--more-->Er ist einfach anderer Ansicht als sein Journalistenkollege Hebel (FR): Merkel sei eben keine Ideologin des Neoliberalismus, die sich st\u00e4ndig als unideologisch pr\u00e4sentiere, sondern allenfalls &#8222;eine Ideologin des Nichtideologischen&#8220;. Prantl hat nun gar nichts gegen Ideologie &#8211; nein: das findet er das &#8222;Faszinierende an ihr&#8220;. Warum der geringe \u00dcberzeugungsvorrat an ihr (oder ihrem Vorg\u00e4nger Schr\u00f6der) &#8211; also &#8222;Ideologiefreiheit, \u00dcberzeugungslosigkeit, Pragmatismus oder Opportunismus&#8220; aber fasziniert, erkl\u00e4rt er nicht weiter. Sie &#8222;pflegt die Bescheidenheit&#8220;, vermerkt er anerkennend &#8211; naja, zumindest seit einem halben Jahrzehnt d\u00fcrfte ihr auch gar nichts anderes \u00fcbrigbleiben. Prantl sucht &#8222;Neoliberalismus&#8220; in den Sph\u00e4ren des Ideologischen, sonst nirgends. Ideologien sind f\u00fcr ihn &#8222;Heilslehren&#8220;. Es gibt zahllose Versuche einer Bestimmung des Neoliberalismus, aber ihn auf eine &#8222;Heilslehre&#8220; zu reduzieren traut sich kaum noch jemand &#8211; was nicht bedeutet, dass es keine neoliberalen Ideologieformen g\u00e4be. Und dann stellt er seine steile These auf:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Nach der Merkel-\u00c4ra wird sich die gro\u00dfe \u00d6dnis auftun, die es f\u00fcr die CDU in den Gro\u00dfst\u00e4dten schon gibt. Die CDU ist dort so leer wie die Kirchen, nur dass die CDU keine Botschaft hat. Die Gro\u00dfstadt wird f\u00fcr die CDU zur politischen Diaspora. Die Merkel- CDU verliert dort den Bezug zur Lebenswirklichkeit der Menschen, ja sie hat ihn schon verloren, wie die Wahlergebnisse in Gro\u00dfst\u00e4dten landauf und landab zeigen. Angela Merkel h\u00fcpft derweil von EU-Gipfel zu EU-Gipfel. Sie bewegt sich in anderen Sph\u00e4ren. Viele Menschen haben das Gef\u00fchl, dass Merkel sich dort gar nicht schlecht bewegt. Aber es ist nicht mehr die Sph\u00e4re, die ihr Leben, ihren Alltag ausmacht, es ist nicht mehr ihre Welt. Eine Politik, die immer weniger von dieser Welt ist, wird es mittel- und langfristig schwer haben. Die CDU wird in der Nach-Merkel-\u00c4ra so dastehen wie die SPD nach Schr\u00f6der.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Sch\u00f6n, dass er den Niedergang der CDU prognostiziert. Ob sie dann auch rechte und linke Abspaltungen durchmachen wird? Doch Prantls Prognose verzichtet nicht nur auf den analytischen Ansatz Hebels (Neoliberalismus) und seinen Versuch, die aktuelle Repr\u00e4sentanz der Macht zu begreifen. Seine Prognose \u00fcberzeugt nicht &#8211;\u00a0 schlie\u00dflich war die Adenauer-Schmidt-Kohl-Schr\u00f6der-Merkel-Welt noch nie die Alltagswelt &#8222;vieler Menschen&#8220;, wie auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heribert Prantl hat eine Rezension von Stephan Hebels Merkel-Buch (&#8222;Mutter Blamage. Warum die Nation Angela Merkel und ihre Politik nicht braucht&#8220;, 2013) geschrieben (SZ 2.1.13, S.17). 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