IGM: Zur Ausgangslage

In einem Interview mit der FAS vom 26.3.2006 erinnert Jürgen Peters an einige Grunddaten der gegenwärtigen Tarifrunde:

“Noch nie haben die Arbeitgeber so wenig von ihren Umsätzen für Löhne und Gehälter aufwenden müssen. Deren Anteil an den Kosten liegt heute bei 17,4 Prozent. Vor zehn Jahren waren es noch über 24 Prozent. Da ist also Luft. (…) Fünf Prozent mehr Lohn bedeuten 0,88 Prozent mehr Kosten. Die Preise für Energie oder Stahl sind viel stärker gestiegen, das ist eine ganz andere Belastung. Dagegen sind wir mit unseren fünf Prozent geradezu bescheiden. Zudem sinkt die Lohnquote seit Jahren. (…) Es ist auch ein Märchen, daß alle niedrig qualifizierten Tätigkeiten ausgelagert werden. Wenn Unternehmer die Produktion ins Ausland verlagern, dann zum großen Teil, um Märkte wie Osteuropa oder China zu erschließen. Das hat nichts mit den Löhnen zu tun. Und wenn die Autohersteller mit Druck dafür sorgen, daß sich auch ihre Zulieferer dort ansiedeln, ist das mit niedrigen Löhnen nicht zu verhindern.”

Und erinnert leise:

“Wir wären in der Lage, ein ganzes Autowerk mit wenigen Leuten stillzulegen. Aber das ist nicht unsere Strategie.”

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