Krys, 1935-2016

At Work

Hans Jürgen Krysmanski, am 27. Oktober 1935 in Berlin geboren, ist am 9. Juni 2016 gestorben. Vor zwei Jahren hat er verschmitzt mit seinem schmalen Die letzte Reise des Karl Marx über ein Lebensende getextet, eine historische social fiction. Sein letztes Buch. Sein Leben lang zog er an vielen Fäden des Endes des Kapitalismus, von denen neuerdings so viel die Rede ist. Er mochte das “Always historicize!” (Fredric Jameson) mit Leuten, Worten, Bildern, das „cognitive mapping“ mit den großen Themen und Theorien, wilden Fantasien und neugierigen Assoziationen – den Utopien, Sozialismen, den Kämpfen der Linken, der reflexiven, radikalen, dissenten, außenseiterischen, nützlichen, hilfreichen, materialistischen Wissenschaft, der Science Fiction also, den Produktivkräften und der Hightech, den Big Data und Netzen und den TV-Medien, dem Gewalt-, Kriegs- und Rüstungskapitalismus mitsamt seinem mörderischen Militär-Industrie-Komplex, der globalen Attraktion des ungeheuren American Empire, endlich der Machtstrukturforschung von unten über oben mit dem Fokus auf Eigentumsmacht, Reichtum und der Geopolitik planetarer Imperialität.

68Krys promovierte 1961 bei Helmut Schelsky über „Die utopische Methode. Eine literatur- und wissenssoziologische Untersuchung deutscher utopischer Romane des 20. Jahrhunderts“ und schließt: „Einem sozialen Denken, das am status quo, dem „illusionärsten alIer Ziele“, klebt, hilft die utopische Spekulation so auf die Beine; sie lehrt es gehen in einer Welt, die bereits zu rasen beginnt.“ Er war Mitarbeiter an der Sozialforschungsstelle Dortmund, sodann während des Jahres 1964 inKolumbien als Gastdozent an der Universidad Nacional in Bogotá. Dem counter insurgency program der USA fiel 1965 sein Mitdozent und Freund, der katholische Priester und Revolutionär Camilo Torres, zum Opfer. „Damals begann ich Marx ernsthaft zu lesen, um zu verstehen, was da geschah (…) Ich war, wie fast alle Linken damals, ein bunter Vogel, ich war unabänderlich anti-autoritär gestimmt. So konnte ich mir den Marxismus, wider alle Dogmatik und Orthodoxie, so frei und auch eklektisch aneignen, wie Marx selbst seine Wissenschaft betrieben hatte. Und so und nicht anders bin ich an Marx hängengeblieben.“ Dann bis 1966 Lehrstuhlassistent bei Schelsky, habilitierte er bei ihm 1967 für das Fach Soziologie – da war er freilich schon „zunehmend in radikale Politik involviert“ (so höflich seine biografischen Notizen). Wissenschaft als Außenseitertum betitelte er einen Beitrag, dessen Erscheinen im high-science-konservativen Jahrbuch für Sozialwissenschaft (3/1966) doch erstaunte. Solche wie Dankwart Danchwerts, Lars Clausen oder Kai Tjaden gehörten zu dieser Spezies.  Ihn brachten auf den Weg zum marxistischen Außenseiter in der Soziologie brachten ihn vor allem neben seinen Erfahrungen in den USA und Lateinamerika die Kontakte mit der machtbewussten Soziologie der Schelsky, Gehlen und Freyer, die sich auskannten, wenn sie von Macht redeten oder über sie schwiegen. Für Krys gehörte das Interesse an den Reichen und Mächtigen zu seiner Entscheidung, Soziologe zu werden. Die Soziologie dieser Zeit freilich war eine Mittelschichtenveranstaltung, die geschäftig diese selbst und die Unterklassen betrachtete, mit der herrschenden Klasse jedoch einen Nichtangriffspakt eingegangen war. Immer wieder zitierte Krys aus der Rede von Martin Nicolaus auf einer Tagung der American Sociological Association im August 1968 zur „Fat-Cat Sociology“: „That is to say that the eyes of sociologists, with few but honorable (or honorable but few) exceptions, have been turned downward, and their palms upward.“ In der Regel wusste sie gar nicht, dass es so etwas gibt. Für sie hörte die Sozialstruktur mit der oberen Mittelschicht auf. Sie sah sie nicht einmal, die 0, 1 %. Gerade die bundesdeutsche Soziologie war hier eine „verstummte Soziologie“ (Krysmanski). „Elite“, so zitierte er häufig Carl Schmitt, „sind diejenigen, deren Soziologie niemand zu schreiben wagt.“ Und wer diese 0.1 % als kritischer Soziologe und marxistischer Außenseiter und in einem Dutzend radikaler Organisationen und Zeitschriften des linken Flügels thematisierte, galt bei Fachkollegen wie Erwin K. Scheuch als „Kommunistenfreund“.

Berufen in der kurzen Zeit der linken Offensive, war Hans Jürgen Krysmanski von 1971 bis 2001 Hochschullehrer für Soziologie am Institut für Soziologie der Universität Münster. Er publizierte weit über 100 Langtexte, keine Weißwaschliteratur. Auffällig auch sein wunderbar wirres Beziehungsnetzwerk (siehe etwa die Festschrift Soziologische Ausflüge zum 60. Geburtstag, 1996) oder die zuweilen sehr spöttisch bemalten Zettel, die sein Klassenkampfhandwerk in Forschung, Lehre, Vorträgen, Seminaren und Debatten begleiteten.

In den 90ern transformierte er sich für ein Jahrzehnt zusätzlich zum „soziologischen Filmemacher“ (Krys). Er agierte als Autor und Regisseur von acht größeren Dokumentarfilmen bei Spiegel TV, WDR und NDR, die den Spuren des globalen kapitalistischen Triumphzugs und der geopolitischen Ästhetik der neuen weltgesellschaftlichen Klassenverhältnisse folgten – über die Abwicklung der Interflug, Heiner Müllers Ostberlin, den russischen Militär-Industrie-Komplex, Amerikas Zugriff auf Sibirien, deutsch-deutsche Geheimdiplomatie vor der Wende, Alexander Rudzkoi und der Moskauer Coup 1993. Zeitweise kam damals sein Wortschatz nicht mehr ohne die Rede vom  „Storyboard“ aus. Noch rund ein Jahrzehnt später entwickelte er mit strahlenden Augen an einem langen Nachmittag der Villa Rossa unter den Steineichen der Villa Palagione bei Volterra die Grundrisse eines Storyboards für einen Hollywood-Blockbuster über den 4. Band des Kapitals. Jahre danach (2005) wurden hieraus mehrere Versionen eines coolen Drehbuchs Fünf Tage im Leben von Karl Marx (gemeinsam mit Karl Philip Lohmann). Zahlreiche  Bücher (wie Popular Science), Aufsätze und Forschungsprojekte zur Massenkultur waren der gesellschafts-, medien- und kulturanalytische Spin-off dieses Turns zu den bewegten Bildern. In ihnen kumulierte als Text, was bildseitig eine lebensgeschichtliche Präsenz hatte von heimischen Privatgemälden über die Schaubilder und Schemata seines historisch-materialistischen Histolabiums und eine respektvolle, ironisch-neugierige Begeisterung für die  Weltregierungsbilder des Bureau d’Etudes oder Mark Lombardis Diagrammen bis hin zu seinem  Ringmodell der Machteliten im 0,1 %. Das Imperium der Milliardäre und einer hierzulande wohl einmaligen zwei Jahrzehnte überdauernden (post-)professoralen Homepage-Bastelwebpräsenz an der Universität Münster, an der sich heute noch die langen Browserwellen von Gopherspace zu Mosaic, Netscape und Mozilla ablesen lassen. Seine dortige Webkompilation in Sachen herrschender Klasse und Reichtum sucht ihresgleichen. Die Idee des Ganzen war: Eine Politik soziologischer Imagination müsse als Verdichtung kulturökonomischer Kompetenz und geopolitischer Ästhetik zur Bildung eines radikal anderen Blicks auf die eine Welt des imperialen Kapitalismus beitragen und, weiterreichender noch, zu den Zukunftsahnungen von allgemeiner Arbeit und allgemeiner Geldware trete nun noch das Internet als Instrument und Form einer allgemeinen Vermittlung, also als Medium der Vergesellschaftung, das auch neue Möglichkeitsräume schaffe. „Es gehört eben“, meinte er rückblickend zum Neubeginn seiner soziologischen Imagination der postmodern-neoliberalen Macht anfangs der 00er Jahre, „auch zum Power Structure Research, dass er Spaß machen kann oder sonst wie in Kultur übergeht.“

Er sSoziologiechrieb anhaltend in der Utopie kreativ (konkret), LuXemburg, Z, Argument, Wissenschaft und Frieden, den Blättern u.a., lange Zeit auch im Pahl-Rugenstein-Verlag. Er war Autor, oft auch Mitherausgeber oder Beiratsmitglied, etwa im Wissenschaftlichen Beirat des Instituts für marxistische Studien und Forschungen. Er versäumte nie, unter seinen Organisationsmitgliedschaften neben der Rosa Luxemburg Stiftung, dem wissenschaftlichen Beirat von attac oder dem Bund demokratischer WissenschaftlerInnen  auch seine komplett unhonorige Mitgliedschaft im Präsidium des Weltfriedensrates und in der Weltföderation der Wissenschaftler hervorzuheben. Schließlich gehörte Krysmanski beispielsweise zu den „nachweisbar“ 21 westdeutschen und westberliner “Kommunisten und SED-Sympathisanten“, die als Besucher mindestens einer Veranstaltung der DDR-Akademie für Gesellschaftswissenschaften in den 80ern identifiziert werden konnten.

Ab 2013 erweckte er übrigens zumindest mir gegenüber den Eindruck, sich von seinem über Jahre hinweg nicht mehr bewegten uralten Mercedes getrennt zu haben.

Krys verlässt das EmpireWer mit Krys zu tun hatte, entdeckte bei allen seinen Neubeginnen ein paar lebenslange Kontinuitäten. Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte seine Familie in Salzburg, wo er erstmals mit Amerikanern in Kontakt kam. In dem südhessischen Dorf in der amerikanischen Zone, in das sie dann kamen, setzte sich das fort. Im Unterschied zu vielen anderen später linksorientierten Wissenschaftlern gelangte er dann als Siebzehnjähriger 1952/53 in das Schüleraustauschprogramm des US-Hochkommissariats (HICOG) zuerst nach Detroit und später in die Kleinstadt Mancelona (Michigan). Neben der kulturellen Erfahrung von Leichtigkeit und Offenheit tauchen in einer seiner wenigen publizierten Erinnerungen an diese Zeit Stichworte wie Reichtum, Provinzialität, Rassismus oder die schiere Größe des Landes auf, die seitdem die USA für ihn „in jeder Hinsicht“ zu einer „zentrale Größe“ werden ließen. In den folgenden sechs Jahrzehnten lässt er von dieser „zentralen Größe“ nicht mehr ab. Das betrifft die USA und ihre imperiale Macht in der Welt als Gegenstand sozial- und kulturwissenschaftlicher Analyse und die verschiedensten Sparten der Reflexion gleichermaßen, die das mächtigste national-globale Wissenschaftssystem seit dem Zweiten Weltkrieg und danach produzierte, das wie kein anderes getragen war von Militär und Kapital. Er reist häufig in die USA und nach Kanada und führt dazu Dutzende Lehrveranstaltungen durch. Seine in den 60er und 70er Jahren u.a. mit K. H. Tjaden ausgearbeitete historisch-materialistische Gesellschaftsanalyse theoretisiert globale Konfliktstrukturen immer wieder am Exempel der USA, und bei seiner Rezeption des damals kleinen, aber wachsenden kritischen  Strangs der US-Soziologie wird die 1956 publizierte Power Elite von Charles Wright Mills zu einem zentralen Initialtext für die Entwicklung seiner zahlreichen Beiträge zur Klassen- und Machtanalyse, in denen er sukzessive die Vermittlung von Militär-Industrie- und Geldmachtkomplex herausarbeitete. Ihm ging es nicht um das eine als Territorialstaat USA fixierte kontinentalkapitalistische Amerika, sondern auch um das andere Amerika des Americanism, in dessen Kern die „amerikanische Partei“ (Arrighi) und ihre Vektoren standen und stehen, über welche Elemente des US-Staates und der amerikanischen Zivilgesellschaft und Ökonomie sich in die Welt bewegen – als American Empire eben. Auf dieser Grundlage hat er – bis zum hartnäckigen Verfolg zuweilen skurrilster Abweichler aus den Reihen der US-ruling class – versucht, ein realistisches Bild von der Stabilität und Reichweite wie den historischen Grenzen dieser „zentralen Größe“ im planetar globalisierten Kapitalismus zu bekommen. Daher begegnete er der flinken Manier zur zyklischen Beschwörung des US-Decline, die sich zuletzt im vergangenen Jahrzehnt auch hierzulande ausbreitete, mit anhaltender Skepsis und Vorsicht. Beides einzeln und zusammen, die kritische Gegenstandsanalyse und die Aufnahme und Bearbeitung vor allem strategisch-reflexiver Ideen und Konzepte in den USA und den machtfähig platzierten Denkorten in der Welt, wo sich „Amerika“ fand, seine Perspektive insertierte und herrschte, ist im universitären Milieu bis heute eine Ausnahme geblieben.

Und es gab noch eine verlässliche, zähe, bestimmende Kontinuität. Das war der ganz große Frieden – nicht der private, der soziale oder der kriegerische, nicht der kleine Frieden auf Zeit und Gelegenheit, sondern der voraussetzungsvolle Frieden, dem die Alternativen zu sich selbst ausgegangen sind – also das, was einst als Keim der bürgerlichen Revolution in die Welt kam als positiver Friede und als „Projet pour rendre la paix perpétuelle en Europe“ (Charles Irenée Castel de Saint-Pierre, 1713). Auch bei diesem zweiten Lebensthema hatte Krys gleich mehrere Fäden am Wickel: die Produktivkraft Wissenschaft, bei der es anknüpfend um Kriegs- und Friedensursachenforschung ging, oder die Rekonstruktion der Friedensutopien und der Traditionen oder Begründungen einer friedlichen Soziologie, die er in Soziologie des Konflikts (1971) und seinem herausragenden politischen Bildungsbuch Soziologie und Frieden (1993) dabei ganz beiläufig als „Umwälzungswissenschaft“ konzipierte. Eine tiefe Abneigung gegen Gewalt trieb ihn voran. Seine friedenswissenschaftlichen und -analytischen Texte kamen der in den 80ern entstehenden Friedensbewegung mit ihren starken wissenschaftlichen Abteilungen vor allem aus den Natur- und Sozialwissenschaften, der Medizin und Informatik lange zuvor. Also zu spät, da im Medienmarkt längst abgelegt, um noch breit rezipiert zu werden. Seine Texte – und ihr Verfasser – waren aber in den dortigen Aktivistengruppen und ihren neuen Think Tanks und Publikationen über ein Jahrzehnt immer wieder präsent. Die paar Dutzend linker Soziologen freilich, die in Berlin, Kassel, Frankfurt, Marburg, Bremen oder eben auch Münster damals zwar ihre mittlerweile marxistische bzw. historisch-materialistische Disziplinkritik in Bänden wie  Soziologie und Praxis (1979) oder Die Krise in der Soziologie (1975) zu Gehör bringen konnten – wobei Krys die initiierende Schlüsselfigur war – konnten diese Kritik (sieht man von der Arbeits- und Industriesoziologie ab) in der Soziologie, ihren hegemonialen Fachmedien oder in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie bestenfalls in Spurenelementen institutionalisieren – das änderte sich erst wieder auf ganz anderen Feldern in den 00er Jahren. Fachlich und fachpolitisch aber legten sie die Friedens-/Kriegsfrage ad acta – eine der wenigen Ausnahmen war eine Handvoll Soziologen in Münster und auch Marburg. Vielleicht hielt auch deshalb die von Krysmanski in den 90ern – mit ein paar zusätzlichen Euros im geschätzten Gegenwert des Notlandefallschirms einer militärischen Minidrohne ausgestattete – Arbeitsstelle Peace and Conflict Studies (PeaCon) bis etwa 2003 durch. Bei genauerem Hinsehen freilich findet sich im partei- und bewegungspolitischen Raum und Umfeld der Friedensbewegung bis Mitte der 90er Jahre eine ganze Reihe jüngerer organischer Intellektueller, die aus diesem linken sozialwissenschaftlichen Milieu kamen.

Gegenmacht in der PalagioneJe klarer aber in der Reagan-Zeit und der folgenden langen Bush/Clinton/Bush-Ära das neue imperiale Kriegertum der USA und der von ihr dominierten NATO geopolitisch expandierte, desto mehr rückte für ihn ein anderes Thema vollends in den Vordergrund. In seiner Einleitung zu Popular Science schreibt Krys: das „soziologische Hauptthema nach dem Ende des Kalten Krieges ist aus meiner Sicht das Thema ‚Macht und Herrschaft in der Postmoderne’“, also auch im Spät- oder Hyperkapitalismus. Das von ihm erstmals wohl schon Ende der 60er Jahre angerufene “power structure research“ hat über vier Jahrzehnte hinweg seine Gesellschaftsperspektive immer nachhaltiger fokussiert. Seit der Jahrhundertwende dominierte sie. Sie ist die dritte Kontinuität, an die hier zu denken ist. Und sie ist übrigens und im leichten Unterschied zu den erstgenannten Leitideen zum American Empire und dem großen Frieden geradezu komplett bevölkert von Männern: den C. Wright Mills, Göran Therborn, William Domhoff, Ferdinand Lundberg, Dieter Klein oder Val Burris. Um Abweichungen abzuzählen, reicht eine Hand aus. Nicht nur die Macht, sondern auch ihr Lob und ihre Kritik sind bis heute das Kerngeschäft des Patriarchats.

Noch in der letzten Maiwoche amüsierte Krys sich ziemlich höhnisch über Dr. Eric Schmidt („It’s a delight to be here and welcome to our 2016 Shareholder Meeting. My name as you know is Eric Schmidt, I’m the Executive Chairman of Alphabet“ – von Google plus also). Schmidt hatte das zweite Further Future Festival „Burning Man for the 1%“ beehrt und kommentiert: “It’s well documented that I go to Burning Man. The future’s driven by people with an alternative world view. You never know where you’ll find ideas.” Der Guardian hatte schon öfters über dieses unfasslich jämmerliche Partyevent in der Wüste bei Las Vegas berichtet, das sich dem tollen neuen Trend der „tranformational festivals“ zurechnete. Das könne, so spottete Krys, der lang erwartete transformationstheoretische Durchbruch gewesen sein, den die Linke mal wieder verschlafen habe, schließlich sei das Future-Festival seit ein paar Wochen schon Vergangenheit. Wieder einmal zeige sich, wie schwer die Umkehr des flotten Satzes von Evgeny Morozov sei: „Wozu braucht man die Linke, wenn man Google hat?“ Solcher Spott hatte seinen Grund: Der Google-Konzern war für Krys ein herausragendes Exempel der Verknüpfung von blindwütiger, gefährlicher Innovation mit dem Aufbau der Macht der neuen, privaten Souveräne, einem imperial-planetaren Zugriff und fantastischen Möglichkeitserweiterungen nicht nur des Kapitals. Und die Eric Schmidts dieser Welt waren seit Jahrzehnten sein Sujet.

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2012 erschien sein Buch 0,1 Prozent. Das Imperium der Milliardäre, ein Resümee seiner Arbeit an dem Power Structure Research. Der Band verstößt hartnäckig gegen übliche und bewährte Tabus auch der Linken, deren erstes Manko ein nur auf den ersten Blick nachvollziehbares Desinteresse an der Analyse der herrschenden Klassen ist – schließlich ist sie keine Zielgruppe im politischen Tagesgeschäft. Doch hier sprudeln auch Stories und News aus Richistan. Und mehr. Gegen die neue Blüte der Verschwörungstheorien setzt der Text eine Überarbeitung der Klassentheorie und der Theoretisierung der „herrschenden Klasse“, die von ihrer Bindung an die Moderne, den Nationalstaat und die Ignoranz der Ausbildung einer eben postmodernen Weltgesellschaft befreit werden müsse. Vor allem aber holte er mit Verve die Frage des Reichtums wieder in die marxistische Kapitalismus-, Kapital- und Klassentheorie zurück. Wer von herrschender Klasse rede, dürfe von ihrem strukturierenden Zentrum im Kapitalismus der Postmoderne nicht schweigen: dem Komplex der Geldmacht, dem Ort der Privatesten des Privaten und der anderen, neuen, globalen Souveränität: „Souverän ist, wer über die Geldmacht verfügt.“ Dieser eine Ort des Reichtums ist immer ein Ort des Eigentums und ein Auffangbecken für die akkumulierten Werte. Er zieht gleichsam wie ein schwarzes Loch das rasend fluktierende, fluide und sozial veruneinheitlichte Geld der Welt an sich, verwandelt es ständig in Verwertungsmacht und personifiziert es in eine planetar operierende Klassenmacht. Um die soziale Verfassung ihrer Akteursgestalt und Binnenstruktur zu fassen, ist für ihn ein Rückgriff auf neu entworfene, aber alte und hierzulande oft zu Recht in der Wissenschafts- und Politiklinken tabuisierte Begriffe wie Oligarchie, Plutokratie (klassisch: Herrschaft des Reichtums), Direktorat oder die „Ringburg“ (einer quasi refeudalisierten Struktur) sinnvoll. Sie beschreiben ja die Situation einer unkontrollierten Macht, die ununterbrochen neue Ohnmacht bei allen anderen erzeugt. Richistan kennt keine Arrangements mehr, die demokratisch genannt werden könnten.

Hans Jürgen Krysmanski hat mit seiner Umwälzungswissenschaft unseren Blick auf Imperien, auf ihre Kriege, auf Richistan und ihre Geschichte verändert – neugierig, spöttisch, lachend, skurril, charmant, klug, tückisch, gebildet, nachdenklich und auf alle Fälle in Schwarz, meistens mit Rundgläserbrille und manchmal als Irrläufer, in Cowboystiefeln, der durch alle Praxen, Theorien und Imaginationen zappte und surfte, die er kriegen konnte. „Une autre fin du monde est possible“ stellte jüngst ein Nuit Debout-Graffiti richtig. Ein Ende ohne ein Vorleben in Krys grüßteinem Imperium der Milliardäre wäre ein guter Anfang – auch für eine letzte Reise.

 

 

 

 

 

 

{Eine erweiterte Fassung ist in Z 107 (September 2016, S.115-123) unter dem Titel "The view from above - aber von unten.Hans Jürgen Krysmanski 1935-2016" erschienen; ebenso in der Zeitschrift "Das Argument" ("Hans Jürgen Krysmanski 1935-2016" i.E.) sowie im "Forum Wissenschaft" 3/2016 S.58-59 ("Auf der letzten Reise: Hans-Jürgen Krysmanski (1935-2016)" des BdWi.} Siehe auch "Hans-Jürgen Krysmanski,1935-2016" auf der Website der Rosa Luxemburg Stiftung.
Photos: Godela Linde.
In der "Jungen Welt" vom 05.07.2016 hat Bernd Drücke einen Nachruf publiziert "Krys ist tot", ebenso am 30.6.2016 Nils Zurawski für das Münsteraner Institut für Soziologie, der hierzu noch ergänzende Bemerkungen auf surveillance studies.org schrieb. Auch "Soziologie heute" hat einen Hinweis publiziert. Dietmar Wittich hat im "Neuen Deutschland" vom 6.7.2016 mit "Grenzgänger" ein Gedenken an Hans-Jürgen Krysmanski geschrieben.In der wöchentlichen Kolumne auf Linksfraktion.de hat Sarah Wagenknecht am 19.07.2016 mit "Kritische Reichtumsforschung - so dringend wie nie" an ihn erinnert.
Die im Text erwähnte PeaCon-Website, die im letzten Jahrzehnt stark von Krys gestaltet wurde, ist mithilfe von Kollegen der Universität Münster auf absehbare Zeit weiter zugänglich.

The Masters of the Universe – a great year!

Doug Henwood, der recht beharrlich insistiert, dass die Erholung des US-Kapitalismus begonnen hat, vermerkte schon vor Wochen in seinem unverzichtbaren Blog als ein sehr deutliches Indiz:

Oh, but 2009 was a great year for the masters of the universe! The top 25 hedge fund managers pulled in an average of $1 billion last year. The man at the very top, David Tepper, took home $4 billion. Next up was that great liberal humanist, George Soros, at $3.3 billion. The poor relation at #10, Philip Falcone, hauled in $825 million. The $25 billion that this gang collectively earned would be enough to pay the tuition for about one in five college and university students in the USA. That’s only a hair less what the federal government pays in tuition assistance. Twenty-five guys (all men, by the way). What a country.

US-Krise

Auf der Grundlage von Daten des Economic Policy Institute findet sich in einem Beitrag zum SolidarityEconomy.net folgende Übersicht (Stand 4.12.2009):

Number unemployed: 15.4 million (up from 7.5 million in December 2007)
Portion of official unemployed considered structural: 3.9 million
Portion of unemployed who have been jobless more than six months: 38.3%
Total jobs lost during the recession: 8.0 million
Jobs needed to return to pre-recession unemployment rate: 10.9 million
Number of job-seekers per job opening: 6.1
Unemployment rate: 10.0%
Underemployment rate: 17.2%;
Share of workers un- or underemployed: more than 1 in 6 States
States with double-digit unemployment in October, 2009: 15
White unemployment: 9.3%;
African-American unemployment: 15.6%;
Hispanic unemployment:12.7%
Manufacturing jobs lost since the start of the recession: 2.1 million (15.5% of sector’s jobs)
Construction jobs lost in the recession: 1.6 million (20.8%, nearly one in five construction jobs)
Mass layoffs (50 or more people by a single employer) in October 2009: 2,127;
jobs lost:217,182
Under- and unemployed, marginally attached and involuntary part-time workers: 26.9 million

Americans with no health insurance in 2008: 46.3 million
Annual Social Security benefit for average retiree: $13,922;
Share of older Americans receiving all their income from Social Security: more than 1 out of 4
Number of children in poverty in 2008: 14.1 million (over one-third)
Drop in real median income from 2007 to 2008: 3.6% (largest one-year drop since 1967)
Growth rate of nominal, hourly wages of production workers over the last three months:1.7%
Additional people covered by Medicaid/SCHIP in 2008: 3 million.

Tracking Obama

Der Potus-Tracker in Sachen Obama ist bemerkenswert: handlich aufbereitet, vermittelt er eine Menge Informationen darüber, wer zu welcher Sache wann im Weissen Haus Kontakt zum Präsidenten hatte. – access. Das verhindert zwar keine Deep Throat, vermittelt aber doch einen Eindruck über Relevanzen von 893 erfassten „Events“ (die 3800 Personen bestritten ) und ihre Entwicklung im Zeitablauf. Beispielsweise spielten Fragen der Immigration, Bildung, Wissenschaft oder Kriminalität in dieser Matrix der Kommunikation keine Rolle, es dominieren mit Abstand gerade mal drei Politikfelder: Außenpolitik, Ökonomie, die politische Maschine selbst. Mit Abstand folgen dann Militär, Gesundheit, Sozialpolitik.

Bernie

Die Tage, wo in den USA die zentrale innenpolitische Offensive der Liberalen und Linken um die Gesundheitspolitik zusammenbricht, muntert der Bericht über Bernies town hall meeting dazu wirklich auf…

Yes, we can?

ist die Überschrift meines neuen Standpunkte-Papiers der RLS, das eben als Nr. 13/2009 erschienen ist und eine erste sehr vorläufige Einschätzung der liberalen Obama-Administration versucht. Sie ist doch etwas zurückhaltender als drei andere sehr lesenswerte Analysen, auf die ich hier verweisen kann: von Rainer Land stammt der Beitrag „Tranformationen des Kapitalismus. Roosevelt und Obama“, erschienen in „WeltenWenden. 89/09.“ Arbeitsbuch 18 (Theater der Zeit), herausgegegeben von Thomas Flierl und Frank M.Raddatz, Berlin 2009 S.90-96. Der Beitrag ist nicht online, was dazu verleiten könnte, den hochinteressanten Band für 18 € zu erstehen. Wer den Text aber doch ganz schnell lesen möchte, kann ihn einfach hier auf der Website des Forum demokratischer Sozialismus herunterladen. Während Land nach längerfristigen Entwicklungspfaden fragt, konzentrieren sich Jerry Harris und Carl Davidson in ihrem Text „Obama: the new contours of power“ in Heft 4/2009 von Race & Class (S.1-19) stark auf die Elitenkonfiguration eines neuen Blocks. Auch Bill Domhoff  geht in seinem Beitrag „Die amerikanische Machtstruktur: Kann sie heraugefordert werden?“ in der neuen Zeitschrift „luxemburg“ der RLS (1/2009, i.E.) dieser Frage nach und meint, dass die Obama-Administratiuon im Unterschied zu ihren Vorgängerinnen eher die politische als die ökonomische Elite repräsentiere und daher eher „anfällig“ für sozialen und politischen Druck sozialer Bewegungen sei – ein genauerer Blick auf die Firma Goldman Sachs lässt hier ungeachtet aller Aversionen gegenüber Verschwörungsfabeln freilich leichte Zweifel aufkommen. „Yes, we can?“ weiterlesen

Obama & Reiche

I love rich people! I want all of you to be rich. Go for it. That’s the America dream, that’s the American way, that’s terrific.Soweit am 30.10.2008 B. Obama in Sarasota auf einer Wahlkampfveranstaltung.

Nun: 2004 finanzierten die Forbes-Reichen und Top-Vorstände aus 674 Firmen und Investoren zu 53 % Bush und zu nur 16 % Kerry; Bush dominierte in Öl und Arzneimittelindustrie, Kerry in Investmentbanken und Hedgefunds (!). Daniel Gross dagegen machte 2004 in Slate eine andere Argumentation auf: wer zwischen 1 und 10 Mio $ verdient, votiertezu 63:37 für Bush statt Kerry. Die Haute Millionaires dagegen favorisierten Kerry mit 59:41 %. Auch für 2008 sei dieser Trend zu sehen – dominierten in zuvor an Bush gefallenen der 25 reichsten Städten oftmals noch die Republikaner, aber ihre Dominanz schrumpfte massiv.

Mark Penn, einer der zentralen Berater Clintons, schrieb in Politico:

„the most affluent 5 percent supported Obama and that was perhaps the key to his victory last week. This group — and the rise of a new elite class of voters — is at the heart of the fast-paced changes in demographics affecting the political, sociological and economic landscape of the country. While there has been some inflation over the past 12 years, the exit poll demographics show that the fastest growing group of voters in America has been those making over $100,000 a year in income. In 1996, only 9 percent of the electorate said their family income was that high. Last week it had grown to 26 percent — more than one in four voters. And those making over $75,000 are up to 15 percent from 9 percent. Put another way, more than 40 percent of those voting earned over $75,000, making this the highest-income electorate in history. The poorest segment of the electorate, those making under $15,000, has shrunk from 11 percent to 6 percent over the past dozen years. And those making $15,000 to $30,000 annually — the working poor — also shrunk from 23 percent to 12 percent of the electorate. At the same time, the voters have become more racially diverse (with white voters dropping 9 points from 1996 to 74 percent of the electorate and minorities) and better educated — voters who had attended some college are surging. While Obama received record votes from the expanded minority communities, that alone would not have led to victory had he not also secured so much support among the growing professional class — and in doing so went beyond the successful 1996 coalition that also climbed the income ladder to include newly targeted soccer moms. Back then, President Clinton got 38 percent of the vote among those making over $100,000. This year Obama earned 49 percent of that vote. He also got 52 percent of a new polling category — those making over $200,000 a year who were no longer among the top 1 percent of earners, as they had been in past elections, but were now the top 6 per cent.“

Nach den aktuellen Exit-Polls wählten die Einkommensgruppe > 200 000 $ im Jahr zu 52 % Obama und zu 46 % McCain  (das sind 6 % der Wähler), wogegen die Einkommensgruppen 50-75 ooo %, 100-150 000 $ und 150-200 000 McCain über Obama präferierten mit 49 :48, 51:48 und 52:46 %. Die Einkommensgruppe 75-100 000 $ (21 % der Wählerschaft) votierte mit 52:48 % für Obama, Wähler < 50 000 $ Einkommen wählten ihn zu 60 % ebenfalls. Damit schnitt Obama unter der Gruppe > 200 000 $ zu 15 % besser ab als Kerry vor vier Jahren, der damals nur 35 % der Stimmen erhielt.  Frank’s Wealth-Blog vermerkt, dass die Steuerpolitik der Kandidaten ausschlaggebend sei: für die reichen Millionäre ist sie eher irrelevant und die avisierte geringe Steuererhöhung Obamas spielt keine wahlentscheidende Rolle. Nach einer Vor-Wahl-Umfrage von Prince & Associates von 493 Familien gelte dieser Unterschied auch für Vermögende: in der Gruppe von 1-10 Mio.$ wollten eine Mehrheit (fast 3/4) für McCain und nur 15 % für Obama wählen, in der Gruppe von > 30 Mio $ dominierte Obama: 2/3 der Reichen in dieser Gruppe wollten Obama wählen. Für sie sind „social issues“, „policies dealing with wars“, die Nominierungen für die obersten Gerichte und die Gesundheitspolitik gegenüber der Steuerpolitik vorrangig, wogegen unter den ärmeren Reichen diese von 88 % als „wichtig“ charakterisiert wurde. Die Reichen in den ärmeren Bundesstaaten der USA tendierten dagegen durchgängig eher zu den Republikanern. Traditionell favorisierte übrigens jetzt der High-Tech-Sektor und der Finanzsektor Obama. Auch Andrew Gelman bestätigt diese herausragende Rolle der Demokraten unter den oberen Einkommensgruppen (die übrigens keineswegs als die Superrich bezeichnet werden können).

Wahlen

genau. 

Obama is ahead of Sen. John McCain (R-AZ) in the state [Ohio] overall by nine points, or 49-40 percent. He has a 14-point lead among white, working-class voters, who are deined as people with no college degree and a a household income of less than $50,000.“ (AHN 29.10.08).

Judging by the mash-up of polls at the new online bible for political-stats obsessives, FiveThirtyEight.com, Obama is leading in every state that Kerry won in 2004. And he is either ahead or within the margin of error in ten states—yes, ten—carried by George W. Bush last time: Colorado, Florida, Indiana, Iowa, Missouri, Nevada, New Mexico, North Carolina, Ohio, and Virginia. (…) the Democrats will enjoy commanding majorities in the next Congress. So commanding that the temptation will be nearly overwhelming in some quarters to declare 2008 a realigning election: the end of the Reagan-Bush era, the start of the Obama epoch.“ (NYMag, 26.10.)

All the major unions, who have committed unprecedented funds to this election campaign, are backing Obama, and they are supplying footsoldiers and funding for the campaign. That includes the union that Joe the Plumber belongs to, by the way. By contrast, as far as I can discover, there is not a single union backing McCain, who is relying on the NRA, Joe Lieberman, Donald Trump and the literary giant Joe Eszterhas for his props. (…) Blue Dog Democrats won’t want to acknowledge it, the media won’t mention it, the Republicans will keep it very much under their phoney ten-gallon hats, but the vote for Obama is overwhelmingly going to be a class vote. This gives the lie to the idea that America’s white working class is irredeemably racist and reactionary.“ (Lenins Tomb).

„There are signs that the US trade union movement is going through a small but real revival. According to the Bureau of Labor statistics, union membership rose by 311,000 to 15.7 million in 2007. As a result, union membership as a share of the total workforce rose last year for the first time since 1983. Over a third of public sector workers belong to unions but just 7.5 percent of private sector workers are unionised.(SW).

„Leading that effort is John Podesta, CAP’s president and chief executive, whom Obama tapped in the last few months to head up his transition. That Podesta should find himself in this position is ironic, even mildly odd. A former White House chief of staff to Bill Clinton, he was a loyal supporter of his wife during the Democratic primaries; much of the work he is doing now he expected to be doing for her. Around him are a bevy of Clinton alums, now toiling on Obama’s behalf: Leon Panetta, Bob Rubin, Gene Sperling, Carol Browner. Odder still, the transition that Podesta is designing is explicitly modeled not on Clinton’s but on Ronald Reagan’s. Indeed, Clinton’s transition is said by some involved to be a kind of anti-model for the Obama endeavor. (..) Almost certain to come first, perhaps within days, will be his economic and national-security teams. And with those choices, they say, he will want to send a message of centrism and bi-partisanship. It’s conceivable that Obama will ask Bob Gates to stay on as Defense secretary; Chuck Hagel, too, might find a place high in the administration. But although there has been chatter that Obama might also retain Hank Paulson at the Treasury, the inside betting is on a Larry Summers encore. (..) They have basically invented their own party that is compatible with the Democratic Party but is bigger than the Democratic Party. Their e-mail list is more powerful than the DNC or RNC. In essence, Obama would be elected as an Independent with Democratic backing“(NYMag)

„The U.S. is the largest-valued market, with the most wealth: approximately $50 trillion in financial assets vs. $30 trillion in the eurozone and maybe $2 trillion in China.“ (NYMag)

Neocons Abgang?

Die NYT hat heute einen kurzen Beitrag zur Zusammensetzung des außenpolitischen Berterstabs von McCain und macht klar, dass diverse offenbar keineswegs abgehalfterte Neocons dazu gehören: „including Robert Kagan, an author who helped write much of the foreign policy speech that Mr. McCain delivered in Los Angeles on March 26, in which he described himself as “a realistic idealist.” Others include the security analyst Max Boot and a former United Nations ambassador, John R. Bolton. Prominent members of the pragmatist group, often called realists, say they are also wary of the McCain campaign’s chief foreign policy aide, Randy Scheunemann, who was a foreign policy adviser to former Senators Trent Lott and Bob Dole, and who has longtime ties to neoconservatives. In 2002, Mr. Scheunemann was a founder of the hawkish Committee for the Liberation of Iraq and was an enthusiastic supporter of the Iraqi exile and Pentagon favorite Ahmad Chalabi.