Falling into Marxism; Choosing to Stay

Erik Olin Wright ist ein spannender linker Soziologe. Spannend, weil seine Publikationen seit Jahrzehnten immer unerwartete Gegenstände, Ideen und Ergebnisse vorführen. Seine Texte sind lohnenswert und lesenswert. Zwei Interviews von 2001 auf seiner Website (u.a. mit Kirby ) die ungewöhnlich viel Texte online stellt, geben Innensichten auf seine Arbeit, die wie kaum eine andere zur marxistischen Arbeit zu den Themen Klassen, Gleichheit und Utopien beigetragen hat. Nun gut, ein bisschen viel Weber oder Offe und Habermas. In dem Band “The Disobedient Generation. Social Theories in the Sixties” skizziert er in einem Beitrag “Falling into Marxism; Choosing to Stay“, der leider nicht online zugänglich ist, biographische Fragmente. Wer die unsäglichen Exhibitionismen 68er Altlinker über sich hat ergehen lassen müssen, die den Einbildungen ihrer Machtkarrieren glaubten unbedingt auch noch Details aus ihrem in aller Regel peinlichen Privatleben hinzufügen zu müssen, dem ist die Lektüre dieses Notizen eine angenehme Abwechslung. Es geht über die Entscheidung, nicht nur den Marxismus zu nutzen, sondern etwas zu ihm beizutragen, um klare Referenzen zu haben, Verantwortlichkeiten gegenüber ganz eigenartigen “peer groups” zu haben, zugleich die Kooptation an die akademischen Versuchungen zu konterkarieren: „Falling into Marxism; Choosing to Stay“ weiterlesen

Lügen und Wahrheiten

Mother Jones hat eine sehr schöne Chronik der “Lügen” über den Irak-Krieg von August 1999 bis März 2003 publiziert und verspricht, sie weiterzuschreiben.
Harpers publiziert ein Gespräch mit Gordon Adams über die Kosten der Bush-Kriege. Adams vermerkt u.a. auf die Frage ” How much money has the United States spent fighting the wars in Iraq, Afghanistan, and the broader war on terrorism, and how much more can we expect will be allocated over the foreseeable future?”: „Lügen und Wahrheiten“ weiterlesen

Ein Ende

Mark Weisbrot vom Center for Economic and Policy Research (Washington) hat im International Journal of Health Services 4/2006 einen sehr übersichtlichen Artikel zu “Latin America: The End of An Era” publiziert.

Holloway zu Negri

Eine wenig bekannte Kritik Holloways an Negri, die insbesondere seine (und Hardts) Position zu Frage der Dialektik kritisiert – eine Kritik, die in der Auseinandersetzung um “Empire” zu Unrecht wenig behandelt wurde. Zu Recht weist H. darauf hin, dass “Empire” und “Multitude” abstrakt einander gegenuebergestellt werden. Allerdings hat die von Holloway reklamierte absolute Position des “No” auch nichts Dialektisches an sich. „Holloway zu Negri“ weiterlesen

Krieg gegen den Terror – ein Witz

Dass sich hinter dem “Krieg gegen den Terror” diverse andere Dinge verbergen (Ressourcenkrieg, strategische Positionierung der USA als imperiale Globalmacht, Stärkung der amerikanischen Rechten als Hauptkraft der internationalen Rechten) ist bekannt. Daher wird der “Krieg gegen den Terror” als Vorwand genommen und erst gar nicht gefragt, welchen Effekt er eigentlich hat. Die New York Review of Books hat am 9.3.2006 danach gefragt, was denn eigentlich bei dem milliardenschweren Unternehmen bisher rausgekommen ist. Ein paar Ergebnisse: „Krieg gegen den Terror – ein Witz“ weiterlesen

„Die Welt hat wieder Angst vor uns“

schreibt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2.7.2006 Michael Ashelm auf S.13 und zitiert damit Oliver Bierhoff, der das in einem Interview (”auf der nächsten Seite”) gesagt habe. Dieses Interview ist überschrieben:

“Die Welt hat wieder Respekt vor uns.”

Und was hat Bierhoff dort gesagt:

“Die Fußball-Welt hat wieder Angst und Respekt vor uns.”

Es kommt nicht so darauf an. Wir verstehn uns. Im Sommermärchen.

Ungleichheit

Thomas Pogge:

“The statistics are horrifying. Out of a total of 6,373 million human beings (in 2004), about 1,000 million have no adequate shelter; 831 million are undernourished; 1,197 million have no access to safe water; 2,742 million lack access to basic sanitation; 2,000 million are without electricity; 2,000 million lack access to essential drugs; and 799 million adults are illiterate. About 170 million children between 5 and 14-years-old are involved in hazardous work (for example, in agriculture, construction, textile or carpet production); 8.4 million of them in the “unconditionally worst” forms of child labour, “defined as slavery, trafficking, debt bondage and other forms of forced labour, forced recruitment of children for use in armed conflict, prostitution and pornography, and illicit activities”. „Ungleichheit“ weiterlesen

Instant Democracy

Angesichts der zunehmenden Menge von failed states darf das Projekt des pneumatischen Parlaments nicht in Vergessenheit geraten:

“The Pneumatic Parliament ist ein schnell installierbares, transparentes, aufblasbares Parlamentsgebäude, das im Gelände abgeworfen werden kann und sich dann selbst entfaltet. Innerhalb von eineinhalb Stunden lässt sich die schützende Hülle für parlamentarische Versammlungen herstellen.”