Studentische Massenpöbeleien
nennt Gerd Roellecke, emeritiert, in der FAZ v. 14.2.08, was nach seiner Meinung dummerweise „1968“ genannt wurde. Das waren „Keime jener Rohheit“, die sich auch in „den wüsten Beschimpfungen jüdischer Professoren in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts“ zeigte. R. bedauert, dass man den in roh-antisemistischer Kontinuität stehenden 68ern nicht „den Stempel der Gewalttätigkeit aufzudrücken“ vermochte, bringt aber doch erleichtert dann Habermas‘ „linken Faschismus“ in Anschlag, der allerdings, wie schlapp, am Ende bloß eine Menge von „zwielichtigen Gestalten“ in das hochschulpolitische Establishment geschwemmt habe. Also nein, mein Leib- und Magenblatt – solche Exzesse erinnern mich immer wieder daran: die FAZ selbst ist der Exzess.
Change. Im US-Kino.
Nach Retro-Ronald, Saxophon-Bill und I-am-the-Tough-Guy-George wurde der vierte Star geboren: Hope&Change-Global-Guy-Barack. Er soll zukünftig die Weltmacht geben, das neu aufgeputzte City-on-the-Hill-Skript gegen I-am-Legend-Hillary durchspielen.
Zu Obama und anderem.
Rossana Rossanda
war vor einiger Zeit im TAZ-Café in Berlin aus Anlaß der Publikation ihres biografischen Bandes mit dem recht unbescheidenen Titel „Die Tochter des 20. Jahrhunderts„. Robert Misk hat in seinem auch sonst zuweilen schrecklichen, aber auch dann sehr lesenswerten Blog Fragen und ihre Antworten dankenswerterweise dokumentiert: Mille Grazie. Das Buch blickt auf eine lange Zeit der Linken. Es ist vielfach den Sonntag wert, den es braucht, um die 475 Seiten zu lesen, über Krieg und Faschismus, Parteileben und -jammer, Italien und Rußland und die DDR und Kuba, ja, diese alle Staatsverkörperungen der Linken gibt es hier auch, traurig, entsetzlich und chaotisch. Und das Obeninnenleben der mächtigen PCI, desillusionierend für jene, die bis heute Parteien für kluge Einrichtungen halten. Ein paar Rezensionen sind mittlerweile publiziert, doch das Gespräch mit Rossana im Sozialismus ist fürwahr lesenswerter.
