Ich gebe es lieber gleich zu: es geht um ein Buch, das noch nicht fertig geschrieben ist. Auf dem Umschlag steht das auch ganz ehrlich: es geht um einen „Entwurf“. Die Endfassung kommt also noch. Die vielen Autoren haben aber immerhin schon 364 Seiten geschrieben, Respekt, so etwas würde ich nie schaffen. Und es gibt zahlreiche Schaubilder, Grafiken und Tabellen, und auch noch sage und schreibe 339 Fußnoten! Sieben Anhänge! Darunter ein „Glossar“, whoow! Aber ehrlich: Glossare sind sinnlos. Sie können mir nie etwas erklären, was ich schon beim ersten Versuch nicht verstanden habe, weshalb sie mich bloß deprimieren. Deshalb lese ich prinzipiell keine Glossare, sie zerstören mein Selbstbewusstsein. Es gibt natürlich auch ein Literaturverzeichnis (Gähn) und „Kernindikatoren“. Das sind ein paar Tausend Zahlen und ich bin dankbar, dass es beim „Kern“ bleibt. Aber hier: ein Abkürzungsverzeichnis! Das packt mich sofort. Ich liebe Abkürzungsverzeichnisse. Und tatsächlich: KiGGS („Kinder- und Jugendgesundheitssurvey“) kichert richtig, die Revis sind nicht die Revisionisten sondern bezeichnen die „Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in allgemein bildenden Schulen“ und dass SELBST ganz einfach „Selbstbewusstsein für Mädchen und Frauen mit Behinderung“ meint – das ist wirklich großartig. Das war es wert, die 364 Seiten. „Da liegen sie vor mir, die „Lebenslagen“.“ weiterlesen
lunapark 21
den gibt es jetzt: eine Zeitschrift für globale politische Ökonomie, das hat sich herumgesprochen. Sehr schön, dass der berühmte und kluge Wissenschaftler Schorsch Fülberth sein Kolummnenarchiv dort im Seziertisch platziert hat – ein früherer Versuch, das bei Linkslog unterzubringen, scheiterte an unserem Webanalphabetismus. Der Umfang online verfügbarer Artikel freilich bewegt sich bestenfalls in der Kleinstasteroidengrößenordnung.
